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07. September 2000. Malediven Land

Lage und Topographie

Die Malediven liegen im Norden des Indischen Ozeans, 600 km südwestlich der Südspitze Indiens. Zu der Inselrepublik gehören rund 1.200 flache Koralleninseln, die durchschnittlich nur einen Meter aus dem Meer ragen (am höchsten Punkt 1,8 m). Die Inseln gruppieren sich auf einer Meeresfläche von 90.000 km² in 26 Atollen. Die Atollkette erstreckt sich entlang des 73. östlichen Längengrades über 820 km vom Äquator bis zum 8. nördlichen Breitengrad. Ihre maximale Ost-West-Ausdehnung beträgt 130 km. Die Gesamtfläche der Inseln beträgt 298 km². Die größte unter ihnen ist Fua Mulaku mit einer Fläche von knapp 6 km². Die meisten von ihnen sind unbewohnt und namenlos. Nur etwa 200 Inseln sind besiedelt. Daneben werden 87 Inseln exklusiv für den Tourismus genutzt. Hauptinsel ist Male mit der gleichnamigen Hauptstadt mit etwa 63.000 (1995) Einwohnern. Innerhalb der Atolle eingeschlossene Meeresflächen werden laut Verfassung zum Staatsgebiet gezählt, das ein Gebiet von 5.180 km² umfaßt.

Die Inselgruppe erhebt sich von einem unterseeischen Gebirgsrücken, der sich 2.000 km vom Tschagos-Archipel bis zu den Lakkadiven erstreckt. Die ringförmigen Atolle sind durch das Korallenwachstum auf untergegangenen Vulkaninseln entstanden, die sich vor Tausenden von Jahren von diesem Bergkamm aus dem Meer erhoben. Die von Sandstränden gesäumten Atolle umschließen Lagunen, die durchschnittlich etwa 50 m tief sind. Die äußeren Barriere-Riffe schützen die Inseln vor zerstörerischen Monsun-Stürmen.

Klima und Naturraum

Die Malediven haben ein tropisches Monsunklima mit durchschnittlichen Temperaturen zwischen 24 und 30°C und 2.100 mm Niederschlag im Jahr, den vor allem der Südwestmonsun vom April bis zum September bringt. Auf dem Korallensandboden gedeiht nur spärliche Vegetation: Kokospalmen, Brotfruchtbäume, Bananen und Papayas. Die Korallenriffe, Lagunen und das angrenzende Meer sind von einer üppigen Unterwasserfauna bevölkert, die die Inselrepublik zu einem Zentrum des Tauchtourismus machen.

Umweltprobleme

In jüngerer Zeit sind die Malediven von verschiedenen Umweltproblemen betroffen, die sowohl die wirtschaftliche Entwicklung als auch die direkte Existenz der Republik bedrohen. Mit wachsender Sorge wird die Schädigung der Korallenriffe beobachtet, die auf einigen Inseln dazu geführt hat, daß der natürliche Brandungsschutz verloren gegangen ist und Erosion die Inseln bedroht. Die Ursachen hierfür liegen zum einem im inzwischen verbotenen Abbau von Korallen für den Hausbau und die Weiterverarbeitung zu Schmuck sowie Schädigungen durch unerfahrene Tauchtouristen. Komplexer und nicht eindeutig geklärt sind die Hintergründe des sog. "Coral Bleaching", des Ausbleichen der Korallenstöcke, von dem bereits über die Hälfte des Bestandes betroffen sein soll. Überdurchschnittliche Wassertemperaturen, die verstärktes Algenwachstum verursachen, werden ebenso als Ursache vermutet wie Schadstoffbelastungen.

Im 1987 und 1991 wurde die Inselrepublik von schweren Stürmen heimgesucht, die zu verheerenden Überschwemmungen auf Male und den Nachbarinseln führte: Salzwasser kontaminierte die Trinkwasserreserven und Teile mancher Inseln wurden weggespült. Die ungewöhnliche Härte der Fluten wird auf das Ansteigen des Meeresspiegels im Gefolge des Treibhauseffekts zurückgeführt. Seitdem gehören die Malediven, die mit 3.000 Autos nur marginal zum Kohlendioxid-Ausstoß beitragen, gemeinsam mit den anderen Inselstaaten der Alliance of Small Island States (AOSIS) zu den Vorkämpfern für eine globale Klimaschutzpolitik. Daneben wird seither verstärkt in den Küstenschutz investiert. So wird mit japanischer Hilfe eine zwei Meter hohe Betonmauer um Male gebaut, und nahebei wird seit 1997 die 1,5 m hohe künstliche Insel Hulhumale gebaut, die im Ernstfall etwa 125.000 Menschen, der Hälfte der Bevölkerung, Schutz bieten soll.

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